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Jesolo Tour

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Das heutige Gebiet von Jesolo bestand in der Antike aus einer Lagune, aus der sich einige kleine Inseln erhoben. Die grösste derselben, von den Römern Equilium genannt, wurde von den Paleoveneti bewohnt, die berühmt für ihre Pferdezucht waren; daher auch der Name Equilium. Die Paleoveneti wurden bei der Bekämpfung der eindringenden Gallier durch die Römer unterstützt. Diese ihrerseits boten den Paleoveneti Schutz, was ihnen wiederum ermöglichte, sich im heutigen Veneto auszubreiten. In der Folge kolonisierten die Römer diese Ländereien, erste Arbeiten zur Trockenlegung und Urbarmachung des Bodens wurden in Angriff genommen. Sie parzellierten die Ländereien, bauten Strassen, Brücken und Wege.

Nach dem Zerfall des Römischen Reiches fielen die Barbaren ein und die Bewohner mussten innerhalb der Lagune Schutz suchen. Diejenigen von Oderzo gründeten auf der Insel Melidissa Eraclea sowie auf der Insel Equilio Jesolo. Jesolo erlebte in den folgenden Jahrhunderten eine erste Blütezeit, die vor allem dem Handel, der Flussschiffahrt, der Salzgewinnung zu verdanken war. Dank der günstigen Lage wurde Jesolo auf den langen Wasserweg von Ravenna eine der Etappen innerhalb der Lagune, wo die Handelsschiffe besonders im Winter Halt machten um sich von den starken Winden (der Bora) und den Mittelmeerstürmen zu schützen. Jesolo entwickelte sich immer weiter und wurde Bischofsitz.

Kriege, Überschwemmungen der Sile und des Piave sowie der Einfall der Franken geboten dieser Entwicklung halt. So änderte der Piave – wie alle anderen norditalienischen Flüsse damals – oft seine Bahn, was dramatische Auswirkungen auf die Bewohner der Stadt hatte. Die Situation verschlimmerte sich immer mehr und am Ende des 15. Jh. bestand Jesolo nur noch aus ein paar armseligen Hütten. Um dem Fehlen von Gotteshäusern zu begegnen, errichtete der venezianische Patrizier Sorano eine Kirche, die dem Hl. Giovanni Battista gewidmet war sowie eine Pfarrei. Das war der Beginn eines Neuanfangs. Um die Kirche herum wurden Häuser gebaut. Ein Dorf entstand. Der Ortskern war die Kreuzung, die der Fluss und der Kanal bildeten. Der Name der Familie Zucharin, die mit der Betreuung des Kanalverkehrs beauftragt war, wurde zum neuen Ortsnamen Cavazucharina, „Kanal der Zucharins“. Cavazucharina überlebte bis ins 20. Jh., erhielt aber erst unter Napoleon (1806) selbständiges Gemeinderecht. Nach der napoleonischen Zeit gründeten die Österreicher ein Konsortium zur Verbesserung der sumpfigen Ländereien in der Lagune. So entstand das Konsortium „Passarella“.

Im 1. Weltkrieg wurde Cavazucharina zum Schauplatz von Gefechten zwischen der italienischen und der österreichischen Armee und die Bewohner mussten evakuiert werden. Nach Friedensschluss begannen bald die Wiederaufbauarbeiten unter dem Namen „Grande Bonifica“. Zwischen 1920 und 1930 begann man mit Getreide-, Mais- und Zuckerrübenanbau. Obstbäume und Reben wurden gepflanzt. 1930 erhielt Cavazucharina den antiken Namen Jesolo und seit 1936 ist der Ortsteil Marina Bassa ein beliebter Badestrand unter dem Namen Lido di Jesolo. Erste Therapieanlagen (Wärmebehandlungen u.a.) wurden errichtet und erste Restaurants und Hotels eröffnet.

Das heutige Jesolo ist ein intensiv genutztes Seebad (15 km) mit vielen Hotels, Restaurants, Ferienwohnungen, Campingplätzen, Vergnügungsstätten. Neben den zahlreichen Kunstschätzen seien die fischreichen Flüsse der Seitentäler erwähnt, deren Naturschönheiten, die seltene Fauna und Flora sowie für Kunst- und Archäologie-Interessierte die sogenannte „Antiche Mura“.